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EMK in Rumänien wird ein eigener Distrikt

Vor acht Jahren hat sich eine Gemeinde in Rumänien der EMK angeschlossen. Die Arbeit ist langsam, aber kontinuierlich gewachsen. An der diesjährigen Tagung der Provisorischen Jährlichen Konferenz Bulgarien-Rumänien, die vom 4. bis 7. April 2019 in Veliko Tarnovo, der mittelalterlichen Hauptstadt Bulgariens, stattfand, ist die Arbeit in Rumänien nun zu einem eigenständigen Distrikt geworden.

Nachdem letztes Jahr eine erste rumänische Person zum Ältesten in der Kirche ordiniert wurde, konnte an der diesjährigen Tagung der Provisorischen Jährlichen Konferenz Bulgarien-Rumänien mit Cristian Istrate ein zweiter Rumäne ordiniert werden. Zugleich wurde Pfarrer Rares Calugar zum Superintendenten für den Distrikt Rumänien ernannt. Zahlenmässig ist die Arbeit zwar noch klein für die Bildung eines eigenen Distrikts, aber die rechtlichen und administrativen Vorgaben sind in Rumänien ganz anders als in Bulgarien. Ein rumänischer Bürger muss Vorsitzender der Vereinigung sein, mit der sich die Evangelisch-methodistische Kirche eine Rechtsform gegeben hat. Es ist erfreulich, dass es für diese Leitungsaufgaben qualifizierte Personen in Rumänien gibt.
 
Die kirchliche Arbeit in Rumänien teilt sich auf in die Stadtgemeinde von Cluj-Napoca und in eine Arbeit mit Roma im ländlichen Gebiet ausserhalb der Stadt, sowie in eine weitere Stadtgemeinde in Sibiu. An allen drei Orten entfalten die örtlichen Gemeinden eine weitreichende sozial-diakonische Arbeit. Schwerpunkt sind dabei Tageszentren für Kinder sowie Jugendliche, die am Ende ihrer Zeit in Waisenheimen sind bzw. den Übergang in ein eigenständiges Leben als volljährige Personen schaffen müssen. Die sozial-diakonische Arbeit wird verbunden mit einem persönlichen, zeugnishaften Leben als Christen unter den Verantwortlichen, sodass das Evangelium im Alltag zu leuchten beginnt. Erst dadurch gelingt es, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen über Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen. Zugleich gibt es Kontakte mit deren Eltern und mit kirchlich nicht aktiven Menschen, die aber in dieser Arbeit mithelfen wollen.
 
Mit Tsvetan Iliev wurde in Veliko Tarnovo auch eine weitere Pfarrperson in Bulgarien zum Ältesten ordiniert. Im ganzen Konferenzgebiet sind es nun insgesamt zehn ordinierte Älteste, zwei Pfarrer auf Probe und elf Lokalpfarrer im aktiven Dienst. Auch die Delegierten an die Generalkonferenz 2020 und die Zentralkonferenz 2021 wurden gewählt. Bischof Patrick Streiff erläuterte zudem die Entscheidungen der Generalkonferenz 2019. In Bulgarien und Rumänien wurde grundsätzlich mit grosser Erleichterung aufgenommen, dass die traditionelle Überzeugung im Blick auf Homosexualität beibehalten wurde. Der Bischof wies zugleich darauf hin, wie unterschiedlich und spannungsvoll die Reaktionen sind, wenn man das gesamte Bischofsgebiet im Blick behält.
 
An einem Abend der Konferenz gab Superintendent Dr. Daniel Topalski zum 160-jährigen Jubiläum der Kirche in Bulgarien einen Überblick über die Geschichte bis zum 2. Weltkrieg. Er verband seinen historischen Rückblick mit Erläuterungen, was in der heutigen Situation aus Fehlern der Vergangenheit gelernt werden könne. Ein Thementag über die Bedeutung und Möglichkeiten der Verkündigung vertiefte dieses Nachdenken im Blick auf die heutige Zeit. 
 
Die nächste Jährliche Konferenz wird vom 28. bis 31. Mai 2020 stattfinden.
 
Quelle: Bischof Dr. Patrick Streiff, Zürich/Schweiz