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Hebe deine Augen auf!

Vom 16. bis 19. April 2026 tagte die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Serbien-Nordmazedonien-Albanien in Kisac (Serbien).
 
In Kisac unterhält die EMK in Serbien seit vielen Jahren ein Freizeitheim und Schulungszentrum. Dessen räumliche Möglichkeiten schafften – in Verbindung mit einer berührenden Gastfreundschaft und dem grossartigen, landestypischen Essen – ausgezeichnete äussere Rahmenbedingungen für die Konferenz.
 
Rund 60 Personen aus den drei Ländern reisten an: Pastorinnen und Pastoren, Laienmitglieder, Gäste und Übersetzerinnen und Übersetzer. Letztere waren ganz besonders wichtig, denn die sprachliche Vielfalt in dieser Jährlichen Konferenz ist gross: Allein im Eröffnungsgottesdienst kamen 6 Sprachen vor: Serbisch, Slowakisch, Mazedonisch, Albanisch, Englisch und Deutsch. Und die Vielfalt der Evangelisch-methodistischen Kirche in den drei Ländern, die sowohl Reichtum ist als auch Herausforderung, umfasst auch die unterschiedliche Geschichte, Prägung und Kultur der einzelnen Gemeinden und Personen. Einheit ist auf diesem Hintergrund kein Selbstläufer, sondern bedarf gezielter gemeinschaftsfördernder Massnahmen.
 
Nachdem es im letzten Jahr bei der Debatte über die Verfassungsänderungen der weltweiten United Methodist Church auch Irritationen und Konflikte gegeben hatte, war dieses Jahr das Bemühen um Einheit und Einigkeit von allen Seiten spürbar. Und was besonders auffiel: Alle formal-organisatorischen Teile spielten eine untergeordnete Rolle. Berichte und Verfahrensfragen, die andernorts oft viel Raum einnehmen, kamen nur kurz vor. Auch die zahlreichen Berichte aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen wurden mehrheitlich ohne Rückfragen angenommen.
 
Im Mittelpunkt standen vielmehr das gegenseitige Gespräch, das Schaffen von Verbindungen über die Landesgrenzen hinweg, gegenseitige Ermutigung und das Entwickeln gemeinsamer Projekte. Dazu teilte sich die Konferenz in vier Arbeitsgruppen auf, beispielsweise Kinder/Jugend, Frauen und Diakonie. Diese Arbeitsgruppen diskutierten aber nicht nur ihre Bereiche, sondern hatten – aus ihrer jeweiligen Perspektive – die Kirche als Ganzes im Blick und entwickelten teilweise recht konkrete Impulse und Initiativen. In diesen Diskussionen wurden zwar verschiedene Situationen in den einzelnen Ländern durchaus sichtbar – Fragen nach dem Verhältnis zwischen bestehender Gemeindearbeit und neuen missionarischen Initiativen oder zwischen Diakonie und Evangelisation sind aber überall relevant – und mit ihnen auch die Frage, was eigentlich Kirche ausmacht.
 
Einschneidende personelle Veränderungen gab es auf der Leitungsebene. Superintendent Wilfried Nausner, der zusammen mit seiner Frau Jean während 18 Jahren einen ausserordentlich wertvollen Dienst in Albanien geleistet hatte, wurde von Gjergj Lushka abgelöst. Daniel Sjanta, der acht Jahre als Superintendent in Serbien tätig gewesen war, wurde zusammen mit seiner Frau Elena verabschiedet. Sein Nachfolger wird Novica Brankov sein. Der Dank für den Dienst der beiden Superintendenten und ihrer Ehefrauen wurde in vielfältiger und berührender Weise zum Ausdruck gebracht. Die eigentliche Amtsübergabe wird in beiden Ländern im Laufe dieses Jahres erfolgen.
 
Im Abschlussgottesdienst vom Sonntag wurden die beiden neuen Superintendenten gesegnet. Ausserdem wurde mit Nikola Jovanoski aus Prilep / Nordmazedonien ein Lokalpastor aufgenommen. Gleich fünf verschiedene Musikformationen – vom klassischen Chor bis zur Jugendband einer Roma-Gemeinde – gestalteten den fröhlichen Gottesdienst in einer bis zum letzten Platz gefüllten Kirche mit. Die Konferenzgemeinde wurde ermutigt, sich nicht von den Herausforderungen der Gegenwart lähmen zu lassen, sondern aufzublicken und in den ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten der einzelnen Länder mit der treuen Gegenwart und der liebevollen Hilfe Gottes zu rechnen.
 
Author: Pastor Christoph Klaiber, Reutlingen (Deutschland) / Bearbeitung: Urs Schweize