Vom 14. bis 17. Mai 2026 fand in Salzburg die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Österreich statt. Unter dem Motto «Liebe kühn» aus dem «Vision Statement» der weltweiten United Methodist Church feierten die Mitglieder der Jährlichen Konferenz sowie diverse Gäste am ersten Tag einen festlichen Gottesdienst und eröffneten damit die 97. Tagung ihres Kirchenparlaments.
Die Auseinandersetzung mit dem Motto war eindrücklich sicht- und erlebbar – in den Berichten und Diskussionen während der Konferenzsitzungen, aber beispielsweise auch in der Podiumsdiskussion mit Gästen am Freitagabend und überhaupt im Miteinander dieser kleinen, aber sehr engagierten Konferenz. Dabei wurde immer wieder betont, was auch im «Vision Statement» steht: dass es der Heilige Geist ist, der zu kühnem Lieben befähigt. Das Motto habe sie ganz persönlich richtig gepackt, sagte ein Konferenzmitglied im Schlussgottesdienst.
Erfreuliche Zahlen
Erfreulich ist, dass die Zahl der Gottesdienst-Besucherinnen und -Besucher, die mit den Corona-Jahren einen Tiefpunkt erreicht hatte, wieder merklich zugenommen habe, stellte der Statistiker Ben Nausner fest. Auch die Mitgliedsbeiträge seien gestiegen. Gleichzeitig betreffen die aus Inflations- und anderen Gründen deutlich gestiegenen Kosten eben auch die Kirche. Es bleibt also eine Aufgabe, Menschen dazu zu ermutigen, auch finanziell mitzutragen.
Vielfältige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Die Leiterin des Kinder- und Jugendwerks, Pastorin Dorothee Büürma, berichtete vom Vernetzungstag zum Thema «Seelsorge für Kinder und Jugendliche». Manche der Themen und Fragen beschäftigten die Teilnehmenden auch über den Tag hinaus. Als Beispiele genannt wurden die Frage nach Gottesdienstformen, die unterschiedlichen Bedürfnissen Raum bieten, oder die Frage nach Formen der Kommunikation des Evangeliums in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auch Überlegungen zum Anliegen der Schaffung von Strukturen, die es ermöglichen, dass Kinder und Jugendliche aktiv mitwirken und verantwortlich das Gemeindeleben mitgestalten können, fanden Erwähnung. Darüber hinaus wurde informiert, dass das Gewaltschutz-Konzept kürzlich überarbeitetwurde. Und dass vom 15. bis 18. Juli 2027 in Österreich das nächste YouMe (Jugendtreffen der Regionalkonferenz von Mittel- und Südeuropa) stattfinde.
Aufgaben beenden, neue übernehmen
In einer kleinen Konferenz mit vielen anstehenden Aufgaben gilt es, die Kräfte der engagierten Personen im Blick zu behalten – undein Mitarbeiter, dem Adieu gesagt werden muss, hinterlässt immer eine spürbare Lücke. Mit Bedauern, aber in grosser Dankbarkeit und mit herzlichen Segenswünschen, wurde John Calhoun aus der Dienstgemeinschaft verabschiedet. Sechs Jahre lang diente er als Pfarrer der englischsprachigen Gemeinde der EMK in Wien. Nach insgesamt 26 Jahren im Dienst als Missionar der weltweiten Missionsbehörde der United Methodist Church, unter anderem mit Stationen in Russland, im Mittleren Osten, in Afrika, in der Ukraine und zuletzt in Österreich, wird er nun im Juli zusammen mit seiner Frau in die USA zurückkehren. Erfreulicherweise kann wohl bereits in wenigen Wochen sein Nachfolger bekanntgegeben werden.
Gemeinsamer Gottesdienst zum Abschluss
Im gemeinsamen Gottesdienst mit der EMK-Gemeinde Salzburg beendeten die Mitglieder der Jährlichen Konferenz ihre Tagung. Die Leitung hatte ein letztes Mal Pastor John Calhoun, dies zusammen mit Maria Sonnleithner. In seiner Predigt zu Micha 6 nahmauch Bischof Stefan Zürcher Bezug auf das Motto der Konferenz. Das Mitgehen Gottes mit seinem Volk und mit der Kirche seit jeher sei Ausdruck von Gottes kühner Liebe. Sein Zugewandtsein und Mitgehen befähige die Glaubenden, ihrerseits risikobereit mit Gott mitzugehen und kühn zu lieben.
Autor: Bischof Stefan Zürcher, Zürich
Foto (und detaillierte Berichte): www.emk.at