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Gemeinsam unterwegs im Glauben und im Dienst

Vom 5. bis 7. Juni 2026 trafen sich in Prag knapp 50 Personen zur Distriktskonferenz und zur sich daran anschliessenden Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Tschechien.
 
Die EMK in Tschechien umfasst rund 20 Gemeinden, zu denen gut 1500 Mitglieder und Freunde gehören. Diese Zahlen entsprechen mehr oder weniger jenen des Vorjahres – sie decken aber nur einen Teil der Realität ab. In sehr vielseitigen diakonischen Aktivitäten wenden sich Verantwortliche in den Gemeinden auch einer Vielzahl von Menschen zu, die nicht Teil der Kirche sind und deshalb in dieser Statistik auch nicht abgebildet werden. Zu diesen Aktivitäten gehören Kindergärten oder Angebote für Studierende, die Essensabgabe für obdachlose Menschen, die Suchtpräventions- und Suchtkranken-Arbeit, Zentren für Mütter und ihre Kinder sowie die Gefangenen- und der Spitalseelsorge.
 
Einen festen Teil des Konferenzprogramms bilden jeweils die Berichte aus den Gemeinden. In diesen wurde die zentrale Rolle des sonntäglichen Gottesdienstes genauso sichtbar wie die Arbeit mit Kindern. Es ist beeindruckend, mit wieviel Liebe, Kreativität und Engagement – meist von Freiwilligen – diese Aufgabe wahrgenommen wird. Bibelstunden, Gebetstreffen und Alpha-Kurse, an einem Ort gemeinsam mit der Römisch-katholischen Kirche, haben ebenfalls ihren festen Platz im Gemeindeprogramm. Andere Aktivitäten versuchen, Menschen mit ihren unterschiedlichen Interessen und Begabungen anzusprechen; dies überschneidet sich oft auch mit Aktivitäten ausserhalb der Gemeinde: Musik, Tanzen, Sport, Kreativität, aber auch das Feiern von Festen und die Stärkung der Gemeinschaft in ganz unterschiedlichen Formen.
 
Zwei besondere Gemeinden befinden sich in Prag. Einerseits ist da die Englischsprachige Gemeinde, in der sich Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern treffen, die für eine kürzere oder längere Zeit in Prag ihre Heimat gefunden haben. Zwar wurde bedauert, dass diese Gemeinde derzeit keine eigene Pfarrperson hat – gleichzeitig war da aber auch die Hoffnung, dass sich dies bald ändern werde. Andererseits ist da die Agapé-Gemeinde, in welcher die Gottesdienste in russischer, ukrainischer, englischer und manchmal auch tschechischer Sprache gefeiert werden.
 
Speziell ist auch die Situation in Horni Pocernice am Rand der tschechischen Hauptstadt Prag. Hier trifft sich eine Gemeinde, die auch ökumenische Kontakte pflegt. Vor allem aber besitzt die EMK an diesem Ort ein grosses Areal, das jetzt schon als Diakoniezentrum genutzt wird, und das noch weiter revitalisiert werden soll. Auch der Zukauf eines Grundstücks (allerdings mit grosser Schadstoffbelastung) ist derzeit im Gespräch. Dieser Ort soll künftig noch verstärkt ein Ort der Gemeinschaft und der vielseitigen Hilfe sein.
 
Dass sich die EMK in Tschechien auf dem Weg zu einer autonomen Kirche befindet, wurde im Bericht der Kommission für die Kirchenordnung angesprochen. Der Prozess fordert heraus, und noch gibt es zahlreiche Fragen zu beantworten – auch jene zur künftigen Beziehung der autonomen Kirche mit der EMK und zum Umgang mit Personen, die Mitglied der EMK bleiben möchten. Es war aber ein konstruktiver Wille zu spüren, die Antworten auf diese Fragen in einem guten Miteinander zu finden.
 
Den Abschluss der diesjährigen Tagung der Jährlichen Konferenz bildete ein feierlicher Abendmahlsgottesdienst, an dem auch Mitglieder und Freunde aus den Prager Gemeinden teilnahmen. Für die musikalische Gestaltung waren Menschen unterschiedlicher Generationen verantwortlich, und in diesem Gottesdienst wurden auch zwei Männer zu Diakonen ordiniert.
 
Die EMK in Tschechien bleibt gemeinsam unterwegs – vielfältig, engagiert, mehrsprachig, im Glauben und im Dienst.
 
Quelle: Regula Stotz, Schweiz / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs
 
 
Foto © EMK CZ: Musikalische Vielfalt im Abschluss-Gottesdienst