Zwölf verantwortliche Personen der Arbeit der EMK in Nordafrika erlebten Mitte Januar 2026 ermutigende Tage in Tunis.
An ihrem jährlichen Treffen, zu dem Distriktsvorsteher Freddy Nzambe und Bischof Stefan Zürcher eingeladen hatten, nahmen Pfarrer und Laienmitarbeiterinnen aus Nordafrika, Beauftragte aus Frankreich und der Schweiz sowie Gäste aus der Methodistenkirche in Italien teil.
Im Mittelpunkt standen der Erfahrungsaustausch und das Gebet. Auch Besinnungen und Bibelarbeiten, Gespräche zu aktuellen Fragen der kirchlichen Arbeit und zu thematischen Beiträgen sowie die Gemeinschaft untereinander – nicht zuletzt auch am Tisch beim Geniessen der tunesischen Küche – waren Programmpunkte.
In den Erlebnisberichten kam beides zum Ausdruck: Zum einen wurden die grossen Herausforderungen erwähnt, verursacht durch die prekäre wirtschaftliche und politische Situation. Die ständige persönliche Unsicherheit, die starke Einschränkung der Möglichkeiten kirchlicher Arbeit, nicht nachvollziehbare Entscheide von Behörden und andere Dinge machen den Verantwortlichen zu schaffen und sind enorm belastend. Zum anderen war einmal mehr für alle Anwesenden ermutigend zu hören, wie Gott neue Türen öffnet, wo die alten von offizieller Seite geschlossen wurden. Immer wieder werden Herzen erreicht, werden Menschen auf der Suche nach Jesus in Bewegung gesetzt. Und immer wieder geschieht es, dass sie als Folge davon bei den Pastoren für Bibeln oder Gespräche anklopfen. Die Taufe von sieben Personen in diesen Wochen ist ein eindrückliches Zeugnis von Gottes Wirken. Der Boden ist steinig, aber zwischen den Steinen blühen Blumen auf! Mit Gebet, mit Dank und Fürbitte, wurden die einzelnen Berichte jeweils abgeschlossen.
Luca Anziani, Präsident der Methodistenkirche in Italien, teilte sein Anliegen, die Methodistinnen und Methodisten im Mittelmeerraum – von Spanien und Portugal über Nordafrika und den Balkan bis nach Italien – miteinander zu vernetzen. Alles seien kleine Minderheitskirchen, weshalb die erlebbare Verbundenheit wichtig sei. Eine Minderheitskirche zu sein, sei an sich kein Nachteil. Und Anziani verglich den Verkündigungsauftrag mit Durchsagen am Flughafen. Da sind jene, die am Flughafen arbeiten. Sie interessieren sich nicht für die Durchsagen. Dann sind da die Reisenden. Sie hören die Durchsagen. Aber weil es nicht um ihren Flug geht, hört ein Teil nicht länger hin. Schliesslich sind da jene Reisenden, die aufmerksam hinhören, weil sie verstehen, dass es sie betrifft, dann die Ansage befolgen und zum angegebenen Gate gehen.
Auch eine kleine Kirche mit kleinen Gemeinden – wie seine eigene – erlebe immer wieder, dass Menschen erkennen würden, dass Gott sie meint, dass sie aufmerksam hinzuhören begännen und schliesslich zu einer Gemeinde stossen würden. Im Frühjahr plant die Methodistenkirche in Italien ein Treffen in Rom, zu dem auch Personen aus Nordafrika eingeladen werden, um die Verbindung zu vertiefen. Anzianis Bericht und überhaupt seine und seines Kollegen Anwesenheit waren eine wertvolle Horizonterweiterung und eine Ermutigung, «weil es uns zeigt, dass wir in Nordafrika nicht allein sind», bestätigte eine Teilnehmerin anschliessend.
Dankbar, gestärkt und mit vielen Eindrücken beschenkt – so gingen die Teilnehmenden nach dem Treffen wieder auseinander. Die nächste Begegnung wird im Rahmen der Plattform Nordafrika im Anschluss an die Tagung der Jährliches Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika in Hunzenschwil stattfinden. Auch die Tagung der Jährlichen Konferenz selbst wird ein wichtiger Anlass sein, um die Verbundenheit innerhalb der EMK und im Dienst als Kirche erlebbar zu machen.
Quelle: Bischof Stefan Zürcher, Zürich
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