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Die Evangelisch-methodistische Kirche in Mittel- und Südeuropa besteht aus rund 30'000 Mitgliedern und Freunden, die in 13 Ländern leben (eine Karte finden Sie hier), in rund 20 Sprachen von Gott hören und in noch viel mehr Sprachen und Ausdrucksformen die Liebe Gottes an ihre Mitmenschen weitergeben.

Auf dieser Homepage erfahren Sie mehr über diesen einzigartigen Teil der  weltweiten Familie der United Methodist Church.

Bischof Dr. Stefan Zürcher

Gedankenstrich März 2026

Mitmenschlichkeit
Anfang März war ich im Rahmen einer Konferenz zu einem Podiumsgespräch
eingeladen. «Mitmenschlichkeit ist die wahre Frömmigkeit» – diese Aussage eines
vorherigen Referenten, den die Gesprächsleiterin im Lauf der Unterhaltung zitierte,
regte mich zum Weiterdenken an.
Zum einen erinnerte sie mich an den wesleyanischen Ausdruck der «Werke der
Barmherzigkeit» oder «Nächstenliebe». Wesley verstand auch diese – und nicht nur die
«Werke der Frömmigkeit» wie z. B. das Beten – als Gnadenmittel. Als Kanal also, durch
den Gott jene mit seiner Gnade und Liebe erfüllt, die Nächstenliebe leben. Ohne diese
beiden Formen gegeneinander auszuspielen – und ganz biblisch – stellte er fest, dass in
manchen Situationen die Praktiken der Nächstenliebe sogar vordringlicher seien als
jene der Frömmigkeit.
Zum anderen liess mich der Gedanke der Mitmenschlichkeit nicht mehr los. Mein erster
Impuls: Es geht um mitmenschliches Verhalten anderen gegenüber. Dazu bin ich
berufen, erst recht als Christ oder als Christin. Wie verhalte ich mich also meinen
Mitmenschen gegenüber?
Dann begann mich ein anderer Gedanke zu beschäftigen: Zuerst bin doch ich
Mitmensch! – Sich dessen bewusst zu sein, hat einen Perspektivenwechsel zur Folge.
Die Gemeinschaft – meine Familie, die christliche Gemeinde, die Mitarbeitenden im
Geschäft, der Freundeskreis – waren zuerst da, teilweise schon lange vor mir.
Irgendwann wurde ich selbst Teil dieser Gemeinschaften. Ich und alle, die seither
dazugekommen sind, sind auf deren Mitmenschlichkeit angewiesen. Ich bin
Empfangender und unendlich dankbar dafür!
Es ist keine Frage, ich soll meinem Gegenüber im persönlichen Kontakt mitmenschlich
begegnen. Doch, selbst Mitmensch und angewiesen auf die Mitmenschlichkeit einer
Gemeinschaft, bin ich auch dazu berufen, solche Gemeinschaft – ganz besonders in der
Kirche und Gemeinde – mitzugestalten. Eine Gemeinschaft, in der sich ihre Mitglieder
und alle Neudazukommenden als Mitmenschen erleben. In der sie erfahren, dass sie
so, wie sie sind, sicher und angenommen sind und dazugehören. In der sie erleben,
dass sie Teil einer Weggemeinschaft sind, die lernt und in aller Unvollkommenheit übt,
Mensch zu sein, wie es Jesus als der Mensch – Bild Gottes – war. Eine Weggemeinschaft
auch, die als Folge dessen jeder Entmenschlichung bewusst entgegentritt.
Kirche als Ort gelingender Mitmenschlichkeit! Was sind deine Erfahrungen? Wie willst
du mit deinen Gaben und besonderen Möglichkeiten zu einer mitmenschlichen
Gemeinschaft beitragen?
Bischof Stefan Zürcher

Foto: Pixabay

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